Hotelaufzüge zwischen Wirtschaftlichkeit und Innovation

Die Doorshow gestaltet Wartezeiten angenehmer. Foto: Schindler

Neubau/Sanierung

 

Der Bauboom in der Hotelbranche hält weiter an und stellt Aufzugshersteller vor neue Herausforderungen. Martijn Oechies, Mitglied der Geschäftsleitung von Schindler Deutschland, spricht über das Wachstum sowie neue Lösungen für Hotelaufzüge.

Rolf Mauer: Herr Oechies, der Bauboom in der Hotelbranche hält auch zukünftig an. Welchen Stellenwert hat dabei der Aufzug?

Martijn Oechies: Ein zuverlässiger Aufzug ist die Grundvoraussetzung für einen einwandfreien Hotelbetrieb. Er sorgt neben dem reibungslosen Personenverkehr auch für einen barrierefreien Zugang zu allen Etagen. Gleichzeitig stellt der Aufzug die Visitenkarte des Hauses dar. Er rundet das Erscheinungsbild ab und trägt zum Image des Hotels bei. Dabei ist generell jeder Aufzug ein Unikat, da die Anlage immer den Beschaffenheiten des Gebäudes entsprechend konfiguriert und montiert wird. Außerdem kann der Aufzug durch individuelle Lösungen in der Kabinengestaltung oder der Beleuchtung an das Hoteldesign angepasst werden.

Die Aufzugskabine kann optisch ans Hoteldesign angepasst werden. Foto: Schindler

Rolf Mauer: Wie hat sich Schindler auf das Wachstum in der Baubranche eingestellt?

Martijn Oechies: Indem wir investieren, um die gestiegene Nachfrage mit den gewohnt hohen Maßstäben an Qualität und Sicherheit zu bedienen. Hierzu haben wir unsere Produktkapazitäten erweitert und die Logistik effizienter gestaltet. Viel wichtiger ist aber, dass wir neue qualifizierte Fachkräfte engagiert haben.

Im derzeitigen Bauboom ist Termintreue bei vielen Firmen ein Problem. Wie schaffen Sie das?
Um den Arbeitskräftemangel, den auch wir deutlich spüren, zu umgehen, werden wir von Schinder-Kollegen aus anderen europäischen Konzerngesellschaften unterstützt. Trotzdem können durch bauseitige Verzögerungen nicht immer alle Termine eingehalten werden. In diesen Fällen suchen wir gemeinsam mit dem Kunden frühzeitig nach einer einvernehmlichen Lösung.

Rolf Mauer: Was tun Sie, um dieses Problem langfristig zu ändern?

Martijn Oechies: Im ersten Schritt haben wir unsere Montagekapazitäten erweitert. Zusätzlich werden neue Kollegen rekrutiert und ausgebildet. Und auch unsere Monteure nehmen regelmäßig an Schulungen teil. Durch diese Investitionen steigen allerdings die Kosten.

Rolf Mauer: Die Aufzüge werden teurer?

Martijn Oechies: Die Baulandpreise sind als größte Kostentreiber um mehr als ein Drittel gestiegen, die Preise für den Aufzug dagegen nur um drei Prozent. Aufzüge kosten heute, relativ gesehen, weniger als vor 20 Jahren. Um den Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden und pünktlich liefern zu können, lässt sich eine geringfügige Preisanpassung nicht vermeiden. Zusätzliche Leistungen, die vorher nicht abgerechnet wurden, sind nun kostenpflichtig. Dazu zählen zum Beispiel mehrfache Korrekturen der Anlagenzeichnungen oder der Mehraufwand, der entsteht, wenn geplante Abnahmen durch die Zentrale Überwachungsstelle kundenseitig abgesagt werden. Nicht zuletzt sind auch die Rohstoffpreise, unter anderem von Stahl, gestiegen.

Was hat sich eigentlich in den letzten 20 Jahren bei Aufzügen für den Hotelbereich geändert?
Mittlerweile gibt es bei Aufzügen ganz neue Möglichkeiten. Immer öfter werden Hotels in Mixed-Use-Konzepte integriert. Um sicherzustellen, dass lediglich Hotelgäste Zutritt zu den entsprechenden Etagen haben, wird die PORT-Technologie eingesetzt. Gleichzeitig verkürzen sich dadurch auch die Wartezeiten.

Durch die PORT-Technologie werden Hotelgäste schneller ans Ziel gebracht. Foto: Schindler

Rolf Mauer: Stimmt. Nichts ist nerviger als ein Hotelaufzug, der nicht kommt. Wie funktioniert die PORT-Technologie?

Martijn Oechies: Der Grundgedanke von PORT liegt darin, den Personenverkehr in einem Gebäude effizienter zu gestalten. Dazu gibt der Nutzer nicht erst in der Kabine, sondern bereits vor dem Betreten seine Wunschetage an. Daraufhin wird Personen mit identischem Ziel derselbe Aufzug zugewiesen. Das vermeidet Zwischenstopps und jeder kommt schneller an. Zudem werden die Anlagen besser ausgelastet. Das spart wertvolle Energie. Noch effizienter arbeiten Zielrufsteuerungen wie PORT, wenn jeder Passagier über ein Identifikationsmedium – wie zum Beispiel eine Karte – mit spezifischen Nutzerdaten verfügt. Diese werden in Hotels sehr oft eingesetzt, da auf dem Chip der Karte die Zugangsberechtigungen hinterlegt werden können.

Rolf Mauer: Gibt es weitere Möglichkeiten, um die Wartezeiten zu verkürzen?

Martijn Oechies: Um die Zielzeit, also die Zeit von der Anforderung des Aufzugs bis zum Eintreffen auf der Zieletage zusätzlich zu optimieren, ist gerade bei älteren Anlagen eine Modernisierung der Steuerung und der Türantriebe ratsam. Außerdem wird das Warten für den Hotelgast angenehmer, wenn ihm mit der Doorshow spannende Multimediainhalte auf der Aufzugstür präsentiert werden.

Martijn Oechies

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